Leben retten - Krankenkassen

von Redaktion Wuermtal.Net

zahlen einmalig Screening der Bauchschlagader

Bauchaorten-Aneurysmen sind krankhafte Erweiterungen der Bauchschlagader. Sie bleiben oft unbemerkt, weil Betroffene zunächst keine Beschwerden haben. Wird das Aneurysma größer, droht es zu reißen – für Betroffene kann das lebensbedrohlich sein. Mit einer Vorsorgeuntersuchung wie einem Ultraschall-Sreening lassen sich Aneurysmen frühzeitig erkennen. Während Frauen ein geringeres Risiko haben, sind Männer besonders gefährdet. Menschen ab dem 65. Lebensjahr sind besonders betroffen. Für diese Altersgruppe zahlen die gesetzlichen Krankenkassen neu seit diesem Jahr einmalig das Screening.

Chefarzt rät zu Screening

Dr. Reza Ghotbi, Chefarzt für Gefäßchirurgie am Helios Klinikum München West (Foto: Steffen Leiprecht)
Dr. Reza Ghotbi, Chefarzt für Gefäßchirurgie am Helios Klinikum München West (Foto: Steffen Leiprecht)

Dr. Reza Ghotbi rät zu dieser Vorsorgeuntersuchung. Er ist Chefarzt für Gefäßchirurgie am Helios Klinikum München West, das in der Focus-Klinikliste 2018 als „Top Nationales Krankenhaus“ im Bereich Gefäßchirurgie ausgezeichnet wurde. Bei dem Screening wird der Bauch abgetastet und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt – kurz, schmerzlos und strahlenfrei. „Aneurysmen mit einem noch kleinen Durchmesser sollten regelmäßig kontrolliert werden. Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern steigt die Gefahr, dass sie platzen. Das Komplikationsrisiko bei einer geplanten Operation ist zehnmal geringer als im Notfall“, erklärt der Gefäßspezialist.

Operationsverfahren bei Bauchaorten-Aneurysma

Zur Behandlung von Bauchaorten-Aneurysmen gibt es zwei Verfahren: Bei einer konventionellen Operation wird per Bauchschnitt der erkrankte Teil der Schlagader entfernt und mit einer Gefäßprothese ersetzt. Bei dem zweiten endovaskulären Verfahren wird über die Leistenschlagader eine sogenannte Stent-Prothese eingesetzt. Da die Bauchhöhle dabei nicht geöffnet wird, ist der Eingriff schonender. In einigen Fällen muss aber nachbehandelt werden, etwa wenn sich der Stent verschoben hat. „Heute stehen uns eine Reihe von modernen Stent-Prothesen und modernste Operationstechnik zu Verfügung, sodass wir rund 85 Prozent aller Aneurysmen sehr schonend und sicher auf dieser Weise behandeln können. Auch hier gilt aber, in jedem einzelnen Fall genau zu prüfen, ob eine Stent-Prothese in Frage kommt“, sagt Ghotbi.

Aortachirurgie ist Zentrumschirurgie

Daher sei es ratsam, sich in einem spezialisierten Zentrum behandeln zu lassen, so Ghotbi. So arbeiten etwa im „Helios Aortenzentrum Süd“ Gefäßspezialisten aller bayerischen und baden-württembergischen Helios-Kliniken sowie zehn weitere oberbayerische Kliniken bei der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Aorta zusammen. Die Häuser sind untereinander mit modernster IT-Technik vernetzt. So kann jederzeit ein kollegialer Expertenrat eingeholt werden: „Wir besprechen einzelne Fälle und können uns mittels Videokonferenz austauschen. Auf diese Weise können wir sehr schnell entscheiden, mit welcher Behandlungsmethode und in welcher Klinik ein Patient optimal versorgt werden kann“, erklärt Ghotbi, der zugleich Fachlicher Leiter des Aortenzentrums ist. Die klinikübergreifende Zusammenarbeit bietet ein optimales Behandlungskonzept. Für die Patienten bedeutet die Vernetzung Sicherheit und höchste medizinische Qualität.

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