Claudia Roth im Würmtal

von Bündnis90/Die Grünen, Ortsverband Gräfelfing

Starke politische Signale

Raymund Messmer (Grüne Gräfelfing), Behnam Sadegi aus Afghanistan, Claudia Roth, Elisabeth Schneider-Eicke (Helferkreis Gräfelfing), Sabine Pilsinger (Moderation), Konrad Kraft (Helferkreis Krailling)
Raymund Messmer (Grüne Gräfelfing), Behnam Sadegi aus Afghanistan, Claudia Roth, Elisabeth Schneider-Eicke (Helferkreis Gräfelfing), Sabine Pilsinger (Moderation), Konrad Kraft (Helferkreis Krailling) Quelle: Raymund Messmer

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth besuchte auf Einladung der Grünen Ortsverbände am Freitag, 14.7.17 das Würmtal und nutzte diese Gelegenheit klare Aussagen zu Agrarwende, Erinnerungskultur und Integration von Geflüchteten zu tätigen.

Beim Naturland Verband in Gräfelfing forderte die Grünen-Politikerin gemeinsam mit Naturland- Präsident Hubert Heigl eine grundsätzliche Neuausrichtung der Agrarpolitik in Deutschland und Europa. Subventionen sollten zukünftig für Leistungen für sauberes Wasser, Artenvielfalt, Klima- und Tierschutz vergeben werden. In einer gemeinsamen Presseerklärung wird gefordert, mit Glyphosat auf den Äckern und Massentierhaltung müsse Schluss sein.

Anschließend empfingen Planeggs Bürgermeister Hofmann und der Vorsitzende des Vereins „Gedenken im Würmtal“, Dr. Friedrich Schreiber, Claudia Roth am Mahnmal zum Gedenken an den Dachauer Todesmarsch 1945. Die Bundestagsvizepräsidentin legte einen Kranz mit der Aufschrift „Erinnern in die Zukunft“ nieder und betonte die Wichtigkeit der Erinnerung an die Naziverbrechen und die Annahme der Gesten der Versöhnung von Überlebenden und deren Nachfahren. Spontan kündigte sie an, beim jährlichen stattfindenden Gedenkmarsch durch das Würmtal teilnehmen zu wollen.

In der Schrauberhütte Planegg wurde Claudia Roth von einer bunten Gruppe aus Geflüchteten, Eltern mit Kindern, ehrenamtlichen Schraubern sowie Neurieds Bürgermeister Zipfel empfangen.

Anneliese Bradel vom Verein „Miteinander e.V.“ stellte das Konzept der Selbsthilfewerkstatt für Kinder und Jugendliche vor. Zusätzlich werden hier gespendete Fahrräder verkehrstauglich gemacht und günstig an Geflüchtete abgegeben. Claudia Roth zeigte sich tief beeindruckt vom großen ehrenamtlichen Engagement und dem selbstverständlichen Miteinander der Generationen und der unterschiedlichen Herkunftsländer.

Bei der Abendveranstaltung im Gräfelfinger Bürgerhaus kamen zunächst Vertreter der Würmtaler Helferkreise zu Wort. Hunderte Bürger haben sich nach Eintreffen der Flüchtlinge zusammengeschlossen und Hilfen von Deutschkursen bis zur Kinderbetreuung organisiert. Schleppende Asylverfahren mit oft unverständlichen Entscheidungen und zunehmende behördliche Restriktionen erschweren leider diese Arbeit.

Zwei junge Männer aus Syrien und Afghanistan schilderten ihre Flucht und bedankten sich für die freundliche Aufnahme, die sie im Würmtal erfahren haben. Ihre Wünsche für die Zukunft: Bleiberecht um die Ausbildung beenden und dauerhaft in Sicherheit und Frieden leben zu können. Claudia Roth betonte, dass Deutschland als viertstärkste Industrienation die Möglichkeit und die Verpflichtung habe Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren. Unter dem Applaus der über 100 Zuhörer forderte sie, EU-Ländern die dieser Verpflichtung nicht nachkämen, notfalls EU-Gelder zu streichen.

Die Familienzusammenführung müsse umgehend wieder ermöglicht werden, weil dies die hier lebenden Geflüchteten stabilisiere und so der Integration diene. Darüber hinaus sei es verfassungswidrig, Familien zu trennen. „Artikel 6 des Grundgesetzes schützt Ehe und Familie aller hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Abstammung“ betonte die Bundestagsvizepräsidentin. In diesem Sinne müssten wir alle zu „Verfassungsschützern“ werden.

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