So viele Neubürger wie noch nie

von Landkreis München

Der Landkreis München heißt Neueingebürgerte willkommen

Ein Herz für den Landkreis München: Nach dem offiziellen Teil gab’s für alle Neubürger ein Lebkuchenherz.
Ein Herz für den Landkreis München: Nach dem offiziellen Teil gab’s für alle Neubürger ein Lebkuchenherz.

Es ist eine liebgewonnene Tradition, die nun schon ins siebte Jahr ging: Jedes Jahr werden diejenigen Neubürger mit einem Empfang geehrt, die im zurückliegenden Jahr eingebürgert wurden. Diesmal fand der Empfang im Kultur- und Kongresszentrum Taufkirchen statt. Erstmalig sind dieses Jahr die Briten in der Überzahl. In den vergangenen Jahren lag die Türkei auf Platz eins.

„Einwohner des Landkreises München sind Sie schon lange, deutsche Staatsbürger erst seit kurzem“, wandte sich Landrat Christoph Göbel in seinem Grußwort an die anwesenden Neubürger. „Die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen ist ein großer Schritt, viele von Ihnen mussten dafür Ihre eigene Staatsbürgerschaft aufgeben. So betrachtet sind Sie oft sehr viel bewusster Staatsbürger dieses Landes, als wir – die wir schon als Deutsche geboren wurden – es sind.“, so Göbel weiter.

Mit dem Empfang hieß der Landkreis die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die ab März 2017 bis Ende April 2018 beim Landratsamt München ihre Einbürgerungsurkunden erhalten haben, willkommen und würdigte ihre Integrationsleistungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Teilnehmerzahl fast verdoppelt.

„Mit dem Brexit änderte sich alles“

Landrat Christoph Göbel und Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander zusammen mit den Neueingebürgerten Ingrid Taylor und Milos Malesevic.
Landrat Christoph Göbel und Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander zusammen mit den Neueingebürgerten Ingrid Taylor und Milos Malesevic.

Insgesamt wurden 780 Männer, Frauen und Kinder eingebürgert, die meisten (rund 16 Prozent) stammten aus Großbritannien. Die Einbürgerung jener Neubürger sei „ein bewusstes Bekenntnis zu Europa“, so Göbel. So übernahm passenderweise an diesem Abend die Neueingebürgerte Ingrid Taylor aus Großbritannien die traditionelle Rede und berichtete von ihrem Weg hin zur deutschen Staatsbürgerschaft. Seit 32 Jahren lebt Taylor schon in Deutschland, die ihre „Leidenschaft für die deutsche Sprache“ in der Schule entdeckt hat. Den ersten längeren Aufenthalt in Deutschland verbrachte sie für ein Auslandssemester in Oberstdorf. Später kam sie nochmal nach München, um Berufserfahrung zu sammeln und anschließend wieder nach Großbritannien zurückzukehren. Aber daraus wurde nichts: „Ich bin immer noch da!“, scherzte sie. „Mit dem Brexit änderte sich aber alles“, erklärte Taylor ihre Entscheidung für die Einbürgerung. Mit der Organisation „British in Bavaria“ informiert sie weitere Betroffene über die Auswirkungen des Brexit.

Nach Großbritannien auf Platz eins stammen gut sechs Prozent der Neubürger aus Polen, je vier Prozent aus Kroatien, der Türkei und Rumänien sowie rund drei Prozent aus Italien. Insgesamt sind 81 Herkunftsländer vertreten, wobei ein großer Teil der neuen deutschen Staatsbürger aus Ländern der Europäischen Union stammt (49 Prozent). Mit 63 Prozent wurden auch diesmal wieder mehr Frauen als Männer eingebürgert.

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