MEET THE BEES

von Redaktion Wuermtal.Net

Ein Schulprojekt aus Österreich

Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Biodiversität
Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Biodiversität

MEET THE BEES – Die GLOBAL 2000 Bienenwerkstatt

Das Bienen-Schulprogramm von GLOBAL 2000 zieht Bilanz

Wien (OTS) - GLOBAL 2000 engagiert sich seit Jahren mit einer Vielzahl von Aktivitäten gegen das Bienensterben und die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Biodiversität. Im Rahmen des FFG Talente Regional Projekts „Bienenwerkstatt“ haben wir 120 SchülerInnen die Möglichkeit gegeben, in die Rolle von NaturwissenschaftlerInnen zu schlüpfen und dieses Thema mit ihrem eigenen Hummelvolk zu erforschen.

Das Schulprojekt „Bienenwerkstatt - Meet the Bees“ mit 5 Klassen aus dem Großraum Wien wurde gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, der Bio-Imkerei Apis-Z und der Wildbienen-Expertin Esther Ockermüller durchgeführt. Den SchülerInnen wurde darin in interaktiven und praxisnahen Workshops vermittelt, dass für nachhaltigen Naturschutz und für eine langfristige Sicherung der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen nicht nur eine individuenreiche, sondern auch eine artenreiche Bienenfauna notwendig ist.

„Es ist wichtig, dass SchülerInnen sich kritisch mit solchen Problemfeldern auseinandersetzen und Möglichkeiten erkennen, selbst für eine intakte Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung aktiv zu werden.“ sagt Miriam Bahn, Bildungsbeauftragte von GLOBAL 2000.

SchülerInnen als WissenschaftlerInnen

Mit einem interdisziplinären Zugang von Chemie, Biologie und Naturschutzforschung erforschten SchülerInnen in sechs Workshops die Auswirkungen von konventioneller Landwirtschaft (Pestizideinsatz) auf Wildbienen, konkret auf ausgesetzte Hummelvölker. Beim Einführungsworkshop haben sie bereits im Herbst 2016 mittels forschendem Lernen erfahren, wie sich die Wildbienenart Hummel von Honigbienen unterscheidet. Im Rahmen des Workshops haben die SchülerInnen selbstständig Hypothesen zum Thema Verhalten von Hummeln auf konventionell und biologisch bewirtschafteten Rapsfeldern entwickelt.

Die erste Exkursion im April letzten Jahres führte die SchülerInnen zu der Bio-Imkerei Apis-Z in Klosterneuburg. Dort hatten die SchülerInnen die Möglichkeit in direkten Kontakt mit den Bienen zu treten, ihren Lebenszyklus hautnah zu verfolgen und selbst Bienenwachskerzen herzustellen. Bei der Feldforschung im Mai 2017 wurden auf 6 Rapsfeldern (jeweils drei Felder mit konventioneller und drei mit biologischer Landwirtschaft) die zuvor von uns ausgesetzten Hummelvölker markiert um Abundanz-Daten erhoben. Zusätzlich wurden Boden-, Wasser- und Pollenproben gezogen, um den Einfluss von Pestiziden auf Boden und Wasser (und infolge auf die Hummeln) zu untersuchen. Im zweiten Projektjahr lernten die SchülerInnen im Labor des Umweltbundesamtes technische Untersuchungs- und Analysemethoden kennen. Zusätzlich wurden die Hummeln anschließend in der Klasse gewogen und unter dem Mikroskop vermessen. Zum Abschluss schlüpften die SchülerInnen in die Rollen der ExpertInnen und diskutieren – der Schulstufe angepasst- in einer Podiumsdiskussion über die Forschungsergebnisse und deren Reichweite.

Was Sie vermutlich auch noch nicht über Hummeln wussten:

  1. Es gibt 45 verschiedene Hummel-Arten bei uns, jede Art summt anders.

  2. Die ein Europa am häufigsten vorkommende Hummel ist Bombus terrestris, die dunkle Erdhummel.

  3. Die Bezeichnung Hummel kommt vom mittelhochdeutschen Wort für Summen, die lateinische, wissenschaftliche Bezeichung ist Bombus und bedeutet Brummen.

  4. Hummeln fliegen ab 4°C, sie können sich selbst aufheizen.

  5. Hummeln haben mehrere Herzen im ganzen Körper.

  6. Hummeln fliegen auch bei Regen.

  7. Hummeln transportieren Lasten, die bis zu 90% ihres Körpergewichts wiegen können!

  8. Hummeln sehen UV-Licht und spüren elektrische Felder.

  9. Hummeln bestäuben Tomaten durch Vibrationsbestäubung mittels ihrem Flügelschlag.

  10. Hummeln riechen und fühlen mit den Antennen und hören mit den Beinen.

Zurück