Managementplan für „Moore zwischen Dietramszell und Deining“

von Landkreis München

Auftaktveranstaltung am 5. Juni 2018

Streuwiesen südlich des Deininger Weihers
Streuwiesen südlich des Deininger Weihers

Managementplan für das FFH-Gebiet „Moore zwischen Dietramszell und Deining“

Die Regierung von Oberbayern veranstaltet zusammen mit der Forstverwaltung und den unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter Bad Tölz-Wolfratshausen und München eine Auftaktveranstaltung zum Managementplan für das FFH-Gebiet 8135-371 „Moore zwischen Dietramszell und Deining“.

Der Termin findet statt am Dienstag, den 5. Juni 2018, um 9:30 Uhr, im Großen Sitzungssaals des Landratsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen, Prof.-Max-Lange-Platz 1, 83646 Bad Tölz.

Streuwiesen südlich des Deininger Weihers (Herbststimmung)
Streuwiesen südlich des Deininger Weihers (Herbststimmung)

Bildberichterstatter, Grundeigentümer sowie andere interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Da die Veranstaltung unter freiem Himmel sein wird, bitten wir um wetterfeste Kleidung und Schuhwerk.

Das etwa 940 Hektar große FFH-Gebiet ist sowohl ein wichtiger Bestandteil im oberbayerischen „Natura 2000“-Netz als auch von überregionaler Bedeutung. Es zeichnet sich aus durch eine große Vielfalt an Moorstandorten (Hochmoore, Übergangsmoore, Moorwälder, Torfmoorschlenken, kalkreiche Niedermoore), Kalktuffquellen, wertvolle Stillgewässer, besonders naturnahe Bachläufe und Auenwälder sowie traditionell genutzte Streuwiesen. Naturnahe Moore und Fließgewässer sind vielerorts zu einer Seltenheit geworden, sodass deren Erhalt eine besondere Bedeutung erlangt. Denn noch kommen im Gebiet gefährdete Arten wie zum Beispiel die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel vor.

Besonders hervorzuheben sind auch die gut erhaltenen Niedermoore und Pfeifengraswiesen, die erst durch eine langjährige traditionelle Nutzung ihre außerordentliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten erlangten.

Für die Managementplanung in den oberbayerischen Natura 2000-Gebieten ist die Regierung von Oberbayern als höhere Naturschutzbehörde federführend zuständig. Im Rahmen der Managementplanung wird für jedes Natura 2000- Gebiet ein Gesprächsforum eingerichtet. Darin können alle Belange – naturschutzfachliche, soziale, forst-, land- und wasserwirtschaftliche – eingebracht werden. Denn nur durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten lässt sich die wertvolle Kulturlandschaft Oberbayerns und damit der gute Zustand der Natura 2000-Gebiete erhalten.

Die Vertreter der Behörden möchten deshalb mit der Auftaktveranstaltung bereits vor der Erarbeitung des Managementplans mit allen Beteiligten in Kontakt treten und über die bevorstehenden Arbeitsschritte informieren. Anregungen und Wünsche zur Maßnahmenplanung werden zu einem späteren Zeitpunkt am Runden Tisch diskutiert und anschließend in den Managementplan einfließen.

Der abgestimmte Maßnahmenkatalog des Managementplans ist dann zukünftig Richtschnur für die zu-ständigen Behörden, um den Erhalt des guten Zustandes des Natura 2000-Gebiets zu gewährleisten.

Ergänzende Informationen zu Natura 2000

In den europäischen Mitgliedsstaaten soll die Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere für zukünftige Generationen aufrechterhalten werden. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundnetzes mit der Bezeichnung Natura 2000 sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und die Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL). Die EU fordert einen guten Erhaltungszustand für die Natura 2000-Gebiete.

Naturschutz- und Forstbehörden erfassen und bewerten dazu im sogenannten Managementplan Lebensräume und Arten und formulieren Vorschläge für zweckmäßige Erhaltungsmaßnahmen. Für Grundstückseigentümer und Nutzer hat der Managementplan Hinweischarakter. Eigentümer und Nutzer dürfen die Flächen entsprechend der guten fachlichen Praxis auch weiterhin bewirtschaften.

Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten darf sich jedoch nicht verschlechtern (Verschlechterungsverbot). Die Umsetzung des Managementplans ist für die Eigentümer und Nutzer freiwillig und soll vorrangig durch Förderprogramme finanziert werden. Nähere Informationen zum europäischen Biotopverbund Natura 2000 bietet das Bayerische Umweltministerium unter www.natur.bayern.de an.

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