Landkreis Starnberg ist jetzt „Fairtrade-Landkreis“

von Landkreis Starnberg

Für eine gerechte Zukunft

Dr. Ina Schicker überreichte die Auszeichnung im Auftrag von Fairtrade Deutschland e. V. an den stellvertretenden Landrat Tim Weidner.

Dr. Ina Schicker überreichte die Auszeichnung im Auftrag von Fairtrade Deutschland e. V. an den stellvertretenden Landrat Tim Weidner. Franka Breger vom Gymnasium Starnberg und Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt freuten sich über das Zertifikat für den Landkreis (v. re n. li).

Ein großer Schritt in Richtung fairer Handel ist getan. Starnberg trägt ab sofort das Label Fairtrade-Landkreis.  „Ein großer Dank gilt all denen, die sich in Weltläden, Arbeitskreisen, Agendagruppen, Pfarrgemeinden, Schüler-AGs, in Lehrerkollegien und darüber hinaus für eine enkeltaugliche Zukunft engagieren. Sie alle sind Akteure des notwendigen Wandels“, betonte der stellvertretende Landrat Tim Weidner bei der Auszeichnungsfeier.

Viele Aktive und Interessierte, darunter Vertreter der Weltläden, aus den Fairtrade Steuerungsgruppen der Kommunen, den Schulen und aus der Eine-Welt-Arbeit nahmen an der Zertifizierungsfeier des Landkreises im Kino Breitwand Starnberg teil. Als krönendes Zuckerl verköstigte die Indienhilfe Herrsching die Gäste mit der in Ghana produzierten fairen SeenLiebe-Schokolade. Eine musikalische Showeinlage gab es vom Duett Dr. Martin Hirte (Agendagruppe Herrsching) und Sarah Well-Lipowski (Wellpappn) mit einem Gstanzl über die faire SeenLiebe-Schokolade. Zudem wurde der Film Decolonize Chocolate über das Unternehmen fairafric in Ghana gezeigt. Dr. Ina Schicker, die die Auszeichnung im Auftrag von Fairtrade Deutschland e. V. offiziell übergeben durfte, appellierte „die Auszeichnung Fair-Trade-Landkreis soll Ansporn sein und Motivation, sich weiter zu bemühen“. Der Landkreis wird sich mit der erreichten Auszeichnung nicht ausruhen. Die neuen Herausforderungen bestehen nun darin, mit anregenden Formaten neue Gruppen und Orte zu erreichen. Die Sensibilisierung für ungerechte Handelsbeziehungen oder ausbeuterische Kinderarbeit weiter zu vertiefen und Vereine mit neuen Ideen zu gewinnen.

Das Bestreben des Landkreises das Zertifikat Fairtrade zu erhalten begann bereits im Jahr 2012. Damals gab der Kreistag zunächst den Kommunen die Möglichkeit selbst Fairtrade-Gemeinde zu werden. Ab Frühjahr 2017 folgten Beschlüsse in den Gemeinden und der Stadt Starnberg sich als Fairtrade-Gemeinde zu bewerben. Inzwischen haben neun Kommunen entsprechende Beschlüsse gefasst, vier davon eine Zertifizierung erhalten. Im Kreistag ist die Entscheidung, Fairtrade-Landkreis zu werden, dann im März 2018 gefallen. Die Kreisräte verknüpften den Beschluss mit einem Bekenntnis zu der von den Vereinten Nationen 2015 verabschiedeten Agenda 2030 und den darin enthaltenen Entwicklungszielen.

Seit dem Beschluss haben eine Vielzahl an Aktivitäten stattgefunden. Beispielsweise haben sich die Auszubildenden im Landratsamt zehn Tage lang mit Aspekten des Fairen Handels, der nachhaltigen Beschaffung und den Auswirkungen des Konsums beschäftigt. Ein Förderprogramm für Bildungsbausteine zum Globalen Lernen wurde eingerichtet und von den Schulen rege genutzt. Auch ein Fußball-Turnier mit fairen Bällen hat schon stattgefunden. Ein Set Fußbälle mit dem Aufdruck „Starnberg spielt fair“ steht zudem für verschiedene Einsätze und Turniere im Landkreis zur Verfügung. „Gerade in den Schulen wird das Thema mit großer Begeisterung aufgegriffen, weshalb der Landkreis mit der Benediktus-Realschule Tutzing, dem Gymnasium Starnberg, der Realschule Gauting sowie dem Christoph-Probst-Gymnasium auf vier engagierte Fairtrade-Schools blicken kann“, betont Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt und ergänzt „wir hoffen, dass das Thema insbesondere über die Schülerinnen und Schüler in viele Familien und Haushalte und somit in eine breite Öffentlichkeit getragen wird“.

Der Landkreis Starnberg befindet sich deutschlandweit mit 32 weiteren Landkreisen, die diese Auszeichnung ebenfalls tragen, in guter Gesellschaft. In Bayern sind es insgesamt dreizehn Landkreise. Weitere Informationen zum Thema Fairtrade-Kommune gibt es unter www.fairtrade-towns.de



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