10 Jahre "Clowns ohne Grenzen"

von Redaktion Wuermtal.Net

Im SOS-Kinderdorf in Bolivien  © Mijhail F. Calle Ruiz
Im SOS-Kinderdorf in Bolivien © Mijhail F. Calle Ruiz

„Bevor Ihr kamt, haben die Kinder Krieg gespielt. Jetzt spielen sie Clown.“

Mitarbeiter einer NGO im jordanischen Flüchtlingslager Za ́atari

Am 1. Juli 2017 begehen die „Clowns ohne Grenzen Deutschland“ ihr zehnjähriges Jubiläum. Seit 2007 konnte der gemeinnützige Verein weit über 40 Projekte für 250.000 Menschen in 19 Ländern der Welt durchführen, seit 2015 ist er beratendes Mitglied der UNESCO.

Weltweit sind Hunderte Millionen Menschen, davon etwa 100 Millionen Kinder, von Krisensituationen in Folge von Naturkatastrophen, kriegerischen Ereignissen oder akuter Armut betroffen. Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente sind für sie lebensnotwendig – aber auch Lebensfreude und Humor als psychische Ressourcen. Hier kommen die „Clowns ohne Grenzen“ ins Spiel: Mit Humor und Mitmenschlichkeit zaubern sie ein Lachen in die Gesichter ihrer Zuschauer, selbst wenn diese schon seit Jahren nichts mehr zu lachen hatten.

Auftritt in einer Schule in Sri Lanka  © Clowns ohne Grenzen Deutschland
Auftritt in einer Schule in Sri Lanka © Clowns ohne Grenzen Deutschland

Die Augenblicke purer Freude und unbeschwerter Heiterkeit während der Besuche der „Clowns ohne Grenzen“ wirken noch lange nach. Die Kinder und Erwachsenen speichern die gemeinsam erlebten Momente von Freundschaft, Respekt und Freude nachhaltig positiv. Sie helfen ihnen, in schwierigen Situationen Mut zu schöpfen und besser im Gleichgewicht bleiben zu können.

Die „Clowns ohne Grenzen“ sind eine Idee von Kindern für Kinder: 1993 sammelten Jugendliche in einer Schule in Barcelona die finanziellen Mittel, um Clowns den Besuch bei Kindern in den Flüchtlingslagern des Balkan-Kriegs zu ermöglichen. Sie wollten ihnen Hoffnung und Lebensfreude zurückbringen. Aus dieser Idee der Kinder ist eine weltweit vernetzte Organisation entstanden, auf Grundlage eines gemeinsamen ethischen Codex. Die derzeit fünfzehn weltweiten Partner-Vereine sind ehrenamtlich auf politisch, ethnisch und religiös neutraler Basis tätig und organisieren sich in der Dachorganisation „Clowns Without Borders International“ (CWBI), die seit 2015 „Consultative Member“ (beratendes Mitglied) der UNESCO ist. Als solche hat sie das Recht, in die Programme der UNESCO Vorschläge zur Entwicklung verschiedener Agendas und Krisen einzubringen.

Seit der Gründung des deutschen Zweigs der „Clowns ohne Grenzen“ am 1. Juli 2007 haben die professionellen Clowns in ihren Auslandseinsätzen Kinder und Erwachsene in 19 Ländern der Welt beglückt. Ihre Auftritte führten sie nach Albanien, Bolivien, Deutschland, Georgien, Indien, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Kenia, Nepal, Peru, Rumänien, Russland, Senegal, Sri Lanka, Syrien, Türkei und Ukraine. 2015 wurde „Clowns ohne Grenzen Deutschland e.V.“ im Rahmen des startsocial-Wettbewerbs von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet, 2016 wurde dem Verein die renommierte Theodor-Heuss-Medaille für sein zivilgesellschaftliches Engagement und den Einsatz für Demokratie und Freiheit verliehen. Zur Zeit tragen bei den „Clowns ohne Grenzen Deutschland“ 80 Clowns ihr Lachen in die Welt.

Innigkeit in einem Behindertenheim in Russland  © Susie Heiker
Innigkeit in einem Behindertenheim in Russland © Susie Heiker

Die Auswirkungen der Arbeit der „Clowns ohne Grenzen“ sind nachhaltig: „Bevor ihr kamt, haben die Kinder Krieg gespielt – jetzt spielen sie Clown“. Dieses Zitat stammt von einer Hilfsorganisatioön aus dem Flüchtlingslager Za ́atari in Jordanien, in dem die „Clowns ohne Grenzen Schweden“ im Jahr 2013 auftraten. In einem syrischen Flüchtlingslager konnten Eltern ihre Kinder zum ersten Mal seit einem Jahr wieder lachen sehen. Sowohl in Indien als auch in Nepal konnten die Clowns Straßenkinder über eine Zeitspanne von 50 Minuten in konzentrierte Aufmerksamkeit versetzen, die normalerweise nur wenige Minuten beträgt.

Auch innerhalb Deutschlands gibt es viele Menschen, die aus Krisengebieten stammen oder aus ihrer Heimat fliehen mussten. Allein 2016 haben über 745.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt (Quelle: BAMF). So werben die „Clowns ohne Grenzen“ auch in Deutschland mit ihren Auftritten in Asylbewerberheimen für ein offenes, herzliches Miteinander der Menschen, ungeachtet der politischen Umstände und tragen dazu bei, die Offenheit der europäischen Gesellschaft zu wahren.

Im Jubiläumsjahr, vom 19. bis 22. Mai 2017, waren die deutschen „Clowns ohne Grenzen“ Gastgeber der diesjährigen General Assembly der CWBI in Schwangau, auf dem die Vision der Clowns ohne Grenzen und deren Entwicklung diskutiert wurde. Kernthema des Treffens war, mit dem Aufbau einer “elektronischen Bibliothek” zu beginnen, in der künstlerische und humanitäre Ressourcen, aus der Erfahrung der Clowns ohne Grenzen beleuchtet, öffentlich zur Verfügung stehen werden. Außerdem sollen die Vereine künftig an einem für alle Vereine übergreifenden Handbuch arbeiten, aber auch Themen wie Sicherheit auf den Reisen und Weitergabe ihres Wissens auf Workshops erörtern.

Gerade wurden die „Clowns ohne Grenzen Schweiz“ gegründet, Indien soll demnächst mit einem eigenen Verein folgen. Dann werden die „Clowns ohne Grenzen“ bald auf allen Kontinenten der Erde vertreten sein und mit ihrer Komik Kinder und Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen gleichermaßen faszinieren und begeistern.

Mehr Information zur Arbeit der Clowns ohne Grenzen gibt es auf www.clownsohnegrenzen.org.

Der Kinodokumentarfilm HAPPY WELCOME über die Clowns ohne Grenzen ist auf DVD erhältlich, Information und Bestellung unter www.happywelcome.de.

„Clowns ohne Grenzen Deutschland e.V.“

  • ist ein gemeinnütziger Verein mit derzeit 80 Clowns, Artisten und Musikern, die ehrenamtlich in Krisengebiete reisen, um dort vor Menschen in schwierigen Lebensumständen aufzutreten

  • hat mit seinen Partnerorganisationen in anderen Ländern in den letzten 20 Jahren ca. 3 Mio. Kinder in 100 Ländern besucht und beglückt

  • trat im Juni 2015 im Bundeskanzleramt vor Angela Merkel im Rahmen des startsocial-Wettbewerbs auf

  • wurde 2016 mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet

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