„Gscheid radln – aufeinander achten!“

von Polizeipräsidium München

Anmerkung der Redation Wuermtal.Net: Ja, auch uns ist bewusst, dass das Würmtal etwas Besonderes ist und nicht zur Landeshauptstadt zählt. Aber wir wissen auch, dass Radunfälle sogar im priviligierten Würmtal vorkommen. Meistens gehen die Unfälle glücklicher Weise glimplich aus, aber manchmal gehen sie auch mit schweren Verletzungene einher. Daher wollen wir Ihnen diese Information des Polizeipräsidiums München nicht vorenthalten.

Gemeinsame Kampagne des Polizeipräsidiums München und der Landeshauptstadt München

Fahrradfahren erfreut sich bereits seit längerem zunehmender Beliebtheit. Es gilt als sportlich, dynamisch, unabhängig und umweltbewusst. Auch in der Landeshauptstadt München nimmt die Zahl der Fahrradfahrenden stetig zu. Aufgrund dieser Entwicklung ist es umso wichtiger, dass alle Verkehrsteilnehmer „aufeinander achten“. Die „gegenseitige Rücksichtnahme“ ist nicht umsonst als wichtigster Grundsatz bereits im §1 der Straßenverkehrsordnung verankert. Diese Kernaussage möchte das Polizeipräsidium München in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München, in der inzwischen 8. Kampagne „Gscheid radln - aufeinander achten“ den Verkehrsteilnehmern in München nahebringen.

Gemeinsames Ziel ist es, die Assoziationen mit dem Radfahren um einen Punkt zu erweitern. Radfahren in München soll nicht nur sportlich, dynamisch, unabhängig und umweltbewusst sein, sondern vor allem eines: sicher!

Unfalllage

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern ging erfreulicherweise auch im Jahr 2017 zurück. Im Stadtgebiet München ereigneten sich 2017 insgesamt 2.462 Radfahrerunfälle und damit 1,8% weniger als im Jahr davor. Auch die Gesamtzahl der dabei verletzten Radfahrer ging um 2,2% auf 2.174 zurück.

Leider setzte sich der Abwärtstrend nicht im Bereich der schwerverletzten Radfahrer fort. Mit 247 erlitten im Jahr 2017 15,4% mehr Radfahrer schwere Verletzungen. Auch die Zahl der getöteten Radfahrer stieg von drei im Jahr 2016 auf vier im Jahr 2017 an.

Etwa 88,4% aller in einen Verkehrsunfall verwickelten Radfahrer erlitten im Jahr 2017 in Folge des Unfalls Verletzungen. Nahezu jeder dritte bei einem Unfall verletzte Verkehrsteilnehmer ist ein Radfahrer. Bei den Schwerverletzten ist es sogar beinahe jeder zweite.

Fahrradhelm

Trotz der erhöhten Gefahr, im Falle eines Verkehrsunfalles Verletzungen zu erleiden, nutzen immer noch zu wenige Radfahrer einen Fahrradhelm. Nur etwa ein Drittel der bei Verkehrsunfällen verletzten Radfahrer trug einen Fahrradhelm.

Unfallursachen

Mehr als die Hälfte aller Radfahrerunfälle (55,5%) wurden durch Radfahrer (mit)verursacht. Die vorschriftswidrige Straßennutzung ist hierbei die häufigste Unfallursache. Hierunter fällt neben dem verbotswidrigen Fahren auf dem Gehwege auch das Fahren auf dem Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung als sogenannte „Geisterradler“.

Ebenfalls könnten viele Unfälle vermieden werden, wenn die Radfahrer die Vorfahrt bzw. den Vorrang anderer Verkehrsteilnehmer beachten würden. Gleiches gilt für das Rotlicht an Kreuzungen und Einmündungen.

Häufig unterschätzen Radfahrer die Wirkung des Alkohols. Bei 112 und damit jedem fünften von Radfahrern verursachten Verkehrsunfall spielte Alkohol eine Rolle. 41,9% und damit fast die Hälfte aller alkoholisierten Unfallbeteiligten waren Radfahrer.

Bereits ab 0,3 Promille in Verbindung mit einer alkoholbedingten Fahrunsicherheit macht sich ein Radfahrer strafbar. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München konnten im vergangenen Jahr 359 Radfahrer festgestellt werden, die aufgrund ihrer Alkoholisierung nicht mehr fahrtüchtig waren.

Etwa jeder siebte Verkehrsunfall mit Beteiligung von Radfahrern passiert, weil Pkw- oder Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen den in gleicher Richtung fahrende Radfahrer übersehen. Allein bei dieser Art von Unfällen verletzten sich 352 Radfahrer. Das sind 13,8% aller verletzten Radfahrer.

Vor allem bei Kollisionen zwischen Radfahrern und Lkw ist die Verletzungsgefahr für Radfahrer sehr hoch. Dies zeigte sich auf besonders tragische Weise bei drei der fünf tödlichen Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern im Jahr 2017. Bei allen drei Unfällen spielte der sogenannte „Tote Winkel“ eine Rolle.

Polizeivizepräsident Werner Feiler appelliert an die Münchner Verkehrsteilnehmer:
„Denken Sie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des „Toten Winkels“! Suchen Sie als Radfahrer Blickkontakt zu den Fahrern von rechtsabbiegenden Fahrzeugen und stellen Sie so sicher, dass sie wahrgenommen wurden! Verzichten Sie lieber auf Ihr Vorrecht, wenn Sie nicht sicher sind, das Sie der Fahrer gesehen hat!“

Maßnahmen

Mit der Kampagne „Gscheid radln - aufeinander achten“ soll das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für das Thema „Sicherheit des Radverkehrs“ gestärkt werden.

Mit einem ausgewogenen Anteil an Verkehrsaufklärung, Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit soll das Radfahren in München noch sicherer gemacht werden. Dabei liegt das Augenmerk sowohl auf den Radfahrern, als auch auf den Kraftfahrern.

Die Münchner Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten werden während der kommenden Monate verstärkt auf Gefahrensituationen in Verbindung mit dem Radverkehr achten. Schwerpunkte liegen hierbei unter anderem bei folgenden Verstößen:

  • Verbotswidrige Nutzung des Radweges entgegen der Fahrtrichtung

  • Vorfahrts- und Rotlichtverstöße durch Radfahrer

  • Verkehrstüchtigkeit von Radfahrern

  • Verkehrssicherheit von Fahrrädern

  • Fehlverhalten von Kraftfahrzeugführern beim Rechtsabbiegen

  • Verbotswidriges Parken auf dem Radweg

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