Erinnern, Gedenken und Ermahnen

von Landkreis Starnberg

Landrat ruft auf gemeinsam für unsere Werte einzustehen

Am 29. April um 15.00 Uhr findet am Pilgrim-Mahnmal vor dem Landratsamt Starnberg eine kurze Gedenkveranstaltung an den Todeszug von Dachau statt. Gleich danach geht es weiter ins Landratsamt, dort wird die Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“ eröffnet. Landrat Karl Roth hofft auf eine große Beteiligung der Bürger. Gemeinsam mit dem Starnberger Dialog, dem überparteilichen und überkonfessionellen Netzwerk für ein friedliches Zusammenleben, soll die Gelegenheit genutzt werden, gemeinsam für Demokratie und Freiheit einzustehen.

Foto aus der Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“
Foto aus der Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“

An das unermessliche Leid von KZ-Häftlingen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erinnert die Gedenkfeier am Pilgrim-Mahnmal am Starnberger Landratsamt. Am 26. April 1945 hatten Häftlinge aus dem Lager Dachau in Richtung Süden aufbrechen müssen; für viele war es ein Marsch in einen grausamen Tod. Deshalb ist der Häftlingszug als "Todesmarsch" in die Geschichte eingegangen. Die Gedenkfeier am Mahnmal wird in diesem Jahr mit einer Ansprache durch Rainer Hange vom Verein gegen Vergessen für Demokratie e. V. und dem Vortragen vom Erlebnisberichten damaliger Häftlinge durch Schüler der Mittelschule Starnberg relativ kurz ausfallen, da es im Anschluss an das Gedenken zur Ausstellungseröffnung in das Foyer des Landratsamtes geht. Dort wird Landrat Karl Roth begrüßen, bevor Dr. Sybille Krafft vom Verein „Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald“ die Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“ eröffnet. Die musikalische Begleitung übernimmt Stefan Komarek, Klarinettenlehrer an der Starnberger Musikschule

Im Wolfratshauser Forst entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg das größte und am längsten bestehende Lager für jüdische Displaced Persons in ganz Deutschland. Heimatlos gewordene Juden aus Polen, Litauen, Russland, Rumänien und Ungarn warteten hier auf ihre Ausreise nach Israel oder hofften, in einem anderen Land ein neues Leben beginnen zu können. Sie bezeichneten sich selbst als “She’erit Hapletah“, was so viel bedeutet wie “Rest der Geretteten”.

Die Ausstellung zeigt weitgehend unbekannte Fotografien aus Privatbesitz und aus internationalen Archiven. Dabei geben die historischen Bilddokumente einen berührenden Einblick in die Geschichte einer lange vergessenen jüdischen Nachkriegskindheit in Oberbayern.

Die Veranstaltung schließt mit einem Appell des evangelische Pfarrers Dr. Stefan Koch. Als Vertreter des Starnberger Dialoges wird er dazu aufrufen, gemeinsam für unsere Werte, für Demokratie und Freiheit einzustehen und den Bezug von damals zu heute herstellen.

Die Ausstellung „Die Kinder vom Lager Föhrenwald“ wird vom 27. April bis 18. Mai im Foyer des Landratsamtes gezeigt. Sie ist insbesondere auch für Schüler und Schulen geeignet, um sich mit der deutschen Geschichte vertraut zu machen.

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