''Erich Kuby zum 100.''

von Redaktion Wuermtal.Net

Monacensia Ausstellung

Die Monacensia, das Literaturarchiv der Stadt München, Maria-Theresia-Straße 23, zeigt vom 27 November bis 5. Februar die Ausstellung ""Erich Kuby zum 100. - AufZEICHNUNGEN. Mein Krieg 1939 - 1945"".

Erich Kubys Geburtstag jährt sich 2010 zum 100. Mal - er starb im September 2005 in Venedig, von wo er in seinen letzten 25 Lebensjahren die deutsche Realität verfolgt und noch bis Ende 2003 kommentiert hat. Als 93-Jähriger hörte er auf zu schreiben, zeichnete und aquarellierte aber noch bis in seine letzten Tage.

Wie kein anderer prägte Erich Kuby nachhaltig das literarische und publizistische Leben Münchens nach 1945. Als Berater der ""US Information Control"" wirkte er an der Neugründung von Verlagen und Zeitschriften mit, als Nachfolger von Alfred Andersch und Hans Werner Richter war er 1947, ein Jahr lang Chefredakteur der Zeitschrift ""Ruf"" dann arbeitete er für die ""Süddeutsche Zeitung"" die ""Welt"" den ""Spiegel"" und den ""stern"" Erich Kubys zentrales Thema war der Mangel an politischer Vernunft in Deutschland; die Erfahrungen zweier Weltkriege haben das Verhältnis zu seinem ""ärgerlichen Vaterland"" geprägt. Der Krieg - miterlebt als einfacher Soldat von Oktober 1939 bis Juni 1945 - fand thematischen Niederschlag in vielen seiner fast 30 Bücher, insbesondere in ""Mein Krieg"" (1975): ""Eines der hellsichtigsten und ernüchterndsten Kriegsbücher ... ein scharfsichtiges Dokument, verfasst von einem jungen Mann, der sich innerlich verweigerte und die Realität aus nie aufgehobener Distanz beobachtete"" (taz). Für sein Werk erhielt Erich Kuby 1992 den Publizistikpreis der Landeshauptstadt München. 2005 wurde er mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.

In der Erinnerung seiner Leser ist Erich Kuby noch lebendig als scharfzüngiger Journalist und Kommentator zu Politik und Kultur, als erfolgreicher Schriftsteller und Autor von Hörspielen, Drehbüchern und vieler Bücher, darunter ""Das Mädchen Rosemarie"" Kuby aber schrieb nicht nur, er hielt seine Eindrücke auch mit Zeichenstift und Pinsel fest: fast 200 Blätter blieben aus seinen Kriegsjahren erhalten. Die Ausstellung in der Monacensia zeigt erstmalig eine Auswahl dieser Zeichnungen, erläutert durch Zitate aus Erich Kubys Buch ""Mein Krieg. Aufzeichnungen aus 2129 Tagen"" Kuratiert wurde die Ausstellung von Susanna Böhme-Kuby, Literaturwissenschaftlerin und Ehefrau von Erich Kuby, und Benedikt Kuby, Sohn und Filmemacher. Der literarische Nachlass von Erich Kuby wird in der Monacensia betreut.

""Erich Kuby zum 100. - AufZEICHNUNGEN. Mein Krieg 1939 - 1945"" ist vom 27 November bis 5. Februar, Montag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 19 Uhr und Freitag von 9 bis 15 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 26. No- vember, um 19 Uhr durch den Kulturreferenten Dr. Hans-Georg Küppers. Die Kuratorin Susanna Böhme-Kuby hält eine Einführung.

Nähere Infos sind im Internet, telefonisch unter 41 94 72 15 oder unter sylvia.schuetz@muenchen.de erhältlich.

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