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Informationsabend für Würmtal-Bürger mit Minister Wiesheu
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Neurieds Bürgermeister, Otto Götz, begrüsste die Würmtalbürger mit dem Hinweis "halten Sie keine Koreferate, die Fachleute sitzen schliesslich auf der Bühne!" Darauf wurde es hörbar unruhig in der Neurieder Mehrzweckhalle. Dr. Höfer wurde anschliessend bei der Vorstellung der Teilnehmer der Podiumdiskussion von Otto Götz übersehen.
Die Vorstellung des Strukturkonzepts "Bio-Regio-Würmtal" wurde der Ansprache von Minister Wiesheu vorgezogen, da sich dieser wegen einer längeren Sitzung des Landtags verspätet hatte.
Christian Breu vom Planungsverband "Äußerer Wirtschaftsraum München" stellte das Strukturkonzept unterstützt durch die Projektion von Skizzen und Grafiken vor. Er verwies immer wieder darauf, dass es sich beim Strukturkonzept um eine Diskussionsgrundlage handelt. Er betonte die Wichtigkeit der Nähe von Forschung und Entwicklung für den "Kristallisationspunkt" Martinsried und dessen Bedeutung im Vergleich mit anderen Standorten in Europa und den USA. In Martinsried sollten nur forschungsnahe Unternehmensbereiche angesiedelt werden. Andere Unternehmensbereiche wie etwa die Produktion könnten an anderen Standorten geplant werden. In der Zukunft würden verschiedene Arbeitsplätze wegfallen und durch neu enstehende Arbeitsplätze in der Biotechnologie ersetzt werden. Hier sollte man nicht versäumen, die Weichen frühzeitig zu stellen. Er bat um eine "redliche Diskussion" mit etwas weniger Emotionen.
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Der inzwischen eingetroffene Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr, Otto Wiesheu, zeigte in seiner Rede die Möglichkeiten der Biotechnologie auf. Die Biotechnologie könnte die Arbeitsplätze von schwindenden Branchen wie der Textilwirtschaft ersetzen und eines Tages mindesten soviele Arbeitsplätze schaffen wie Informationstechnologie und Kommunikationstechnologie zusammen. Der entscheidende Standortvorteil für Martinsried sein ein auf der Nähe zum Max-Planck-Institut basierendes funktionierendes Netzwerk zwischen Wissenschaft und forschenden Betrieben. Er betonte beim Strukturkonzept "Bio-Regio-Würmtal" geht es um eine langfristige Planung - auch um die langfristige Verteilung von Förder-Geldern. In Martinsried könnte ein Biotop für die Biotechnologie entstehen.
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Die anschliessende "Fragestunde" - Statements und Koreferate waren ja nicht erwünscht - wurde von Dr. Sittner (Süddeutsche Zeitung) geleitet. Dieser gab auch die Richtung vor "es muss nicht unbedingt alles von jedem gesagt werden". Dadurch konnten längere Einleitungen - nicht immer zur Freude der Fragenden - vermieden werden. Er gab auch die Themenblöcke vor, zu welchen anschliessend gefragt wurde.
Würmtaler Bürger forderten mehrfach, dass auch Bedenkenträger und Gegener der Biotechnologie und des Strukturkonzepts auf der erhöhten Bühne sitzen sollten.
Fragen nach der Verlässlichkeit der Zusagen hinsichtlich U-Bahnverlängerung, Würmpark und Bannwaldaufforstung waren dominierend und konnten häufig nicht befriedigend beantwortet werden. Überwiegend sind die erforderlichen Grundstücke nicht in Gemeindebesitz. Das zur Aufforstung angedachte Grundstück wird teilweise noch durch die Firma Glück als Kiesgrube genutzt - vermutlich noch weitere 14 Jahre! Christian Breu vom Planungsverband räumte ein, dass es möglicherweise doch geeignetere Flächen als Ersatz für den Bannwalde geben könnte.
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Der Bannwald - Christian Breu bekam das Wort einmal nur mehr mit Mühe über die Lippen! Viele Neurieder und Martinsrieder bezeichneten den Bannwald als unersetzliches Naherholungsgebiet. Ausserdem wurden auch rechtliche Bedenken gegen die angedachte Abholzung geäußert. Breu wies darauf hin, dass eben dieser Bannwald durch Sturmschäden schwer geschädigt wurde und nur mehr ein "Stangerlwald" sei. Ein neuer standortgerechter Mischwald könnte da eine Verbesserung darstellen.
Nachdem ein gut informierter Würmtaler aufgezeigt hatte, dass die erwartete Entwicklung der Biotechnologie wesentlich mehr Flächen benötigen wird und auch ein Vielfaches an Arbeitsplätzen schaffen kann, wurde die Frage nach dem "scheibchenweisen Vergrößern" des Biotechnikzentrums Martinsried aufgeworfen. Dr. Höfer erteilte dieser Vorstellung eine klare Absage mit den Worten "Die Planung in Martinsried ist das Äußerste, was vertretbar ist. Man muß in der Diskussion mit den Bürgern Chancen, Gefahren und auch Alternativen prüfen!"
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Der Vertreter von "Probannwald" betonte, dass sich "Probannwald" nicht gegen die Biotechnologie und das Biotechnikzentrum Martinried wendet. Vielmehr sollte der Bannwald bewahrt werden und verstärkt nach Alternativen gesucht werden. Das Strukturkonzept "Bio-Regio-Würmtal" fand er zwar nicht unprofessionell, aber doch stark verbesserungswürdig!
Abschliessend hielt Minister Wiesheu fest "Die Chancen kommen nicht in zehn Jahren wieder. Bevor man mit vorschnellen Meinungen gegen die Biotechnologie entscheidet, muß man auch an zukünftige Generationen denken". Er betonte, dass auch hier "Geben und Nehmen" im Einklang stehen muß: Ohne Erweiterung des Biotechnikzentrums auch keine Gelder z.B. für Verkehrkonzepte.
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Fotos und Texte: Jürgen Haubeil - Die Fotos sind zur privaten Verwendung freigegeben!
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