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Informationsabend für Würmtaler-Gemeinderäte mit Minister Wiesheu

 

Dr. Wiesheu und die Gemeinderäte wurden schon vor dem Gebäude der Freiwilligen-Feuerwehr-Planegg mit dem Hauptkritikpunkt konfrontiert: Die Bürgerinitiative "Pro Bannwald" machte mit Plakaten und Kerzen auf ihr Anliegen aufmerksam, einen Vertreter in die Veranstaltung zu entsenden, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Bürgerinitiative Pro Bannwald
Abstimmung Die von Dr. Höfer eröffnete Veranstaltung begann gleich mit einer Abstimmung. Mit 44 zu 40 Stimmen der rund 100 Würmtaler Gemeinderäte wurde beschlossen, je einen Vertreter der Lokalen Agenda und von Pro-Bannwald zuzulassen.
Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu Mit einer halbstündigen Verspätung konnte Dr. Wiesheu mit dem eigentlichen Tagesordnungspunkt - der Vorstellung des "Bio-Regio-Konzepts Würmtal" - beginnen. In seinem Statement wies Dr. Wiesheu auf die einzigartige Chance hin, Forschung und Entwicklung im Bereich Bio-Technologie auf engstem Raum miteinander zu verbinden. Die Nähe zu den Forschungseinrichtungen sei der Nährboden für das Wachstum der Bio-Technologie in der Region. Deutschland, speziell Martinried, hat gegenüber den USA in der Entwicklung der Bio-Technologie aufgeholt und ist inzwischen europaweit führend in der Anzahl der in der Bio-Technologie tätigen Firmen. Im Großraum München sind über 100 kleine Biotech-Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern angesiedelt - rund die Hälfte der Unternehmen stammt aus Martinried. Wachsende Unternehmen brauchen Fläche - diese soll durch das "Bio-Regio-Konzept" geschaffen werden. Da die Bio-Technologie eine zukunftsträchtige Branche ist, sollte man die zukünftige Entwicklung "mit Blick über den Gartenzaun" fördern.

Im anschliessenden Referat wies Dr. Geltinger - Referat für Ansiedlungspolitik und Standortmarketing des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie - auf die erfreuliche Entwicklung seit 1998 hin. Durch Marketingmaßnahmen wie Imagewerbung im In- und Ausland, Pflege bereits angesiedelter Unternehmen und persönliche Beratung der Investoren hat sich Martinried in weniger als 5 Jahren zum führenden Standort in der Biotechregio München entwickelt. Die Attraktivität des Standorts Martinried lebe vor allem von der Zufriedenheit der bereits angesiedelten Unternehmen. Diese Unternehmen stellen zugleich die Visitenkarte des Biotech-Standorts Martinsried dar. Bereits angesiedelte Unternehmen würden gerne vor Ort expandieren, um die Nähe zu den Forschungseinrichtungen zu behalten. Durch das derzeit fehlende Angebot an geeigneten Flächen in und um Martinsried werden Standortalternativen im Stadtgebiet und am Stadtrand von München in Betracht gezogen. Im immer stärker werdenden europäischen Standortwettbewerb mit Biotech-Zentren wie Berlin, Rhein-Neckar, Cambrige, Basel oder Paris sei gerade die Nähe zu Forschungseinrichtungen und potentiellen Partnerfirmen ein wichtiges Ansiedlungsargument.

Prof. Dr. Horst Domdey Professor Horst Domdey - Vorstand der BioM AG - zeigte auf die "ungewöhnlich erfolgreiche Aufholjagd" der letzen Jahre gegenüber den USA: Rund 100 Biotechnologie Firmen im Großraum München, die Hälfte davon über sogenanntes Venture Capital finanziert, 5 Unternehmen an der Börse notiert - 4 davon am neuen Markt. Mit großer Freude wies er auf den Anstieg der in den Unternehmen Beschäftigten hin: Innerhalb von 4 Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter von 300 auf über 2000. Ursprung und Zentrum der Erfolgsgeschichte sei das Würmtal, besonders der Planegger Ortsteil Martinried! Die weiter Entwicklung wird durch fehlende Flächen gehemmt. Durch das Strukturkonzept "Bio-Regio-Würmtal" könne hier die erforderliche Abhilfe geschaffen werden und der Standort Martinried habe die Möglichkeit, innerhalb Europas einen Spitzenplatz noch vor so berühmten Stätten wie Oxford oder Cambridge zu erreichen. Abschliessend betonte Prof. Domdey, dass die Initiatoren und Firmen nichts fordern und erzwingen wollten, sondern die versammelten Gemeinderäte um etwas bitten wollten und gleichzeitig eine Erfolgspartnerschaft anbieten möchten.
Der letzte Referent an diesem Abend war Christian Breu - Geschäftsführer des Planungsverbandes "Äußerer Wirtschaftraum München". Er stellte das vom Planungsverband erstellte Strukturkonzept "Bio-Regio-Würmtal" ausführlich vor. Er verwies ausdrücklich darauf, dass das Strukturkonzept eine Diskussionsgrundlage sei und viele Untersuchungen erst in Angriff genommen werden könnten, wenn konkrete Planunen begonnen hätten. Christian Breu - Planungsverband
Mahler

 

 

Anschliessend hatten die Gemeinderäte Gelegenheit Fragen zu stellen - wovon diese auch regen Gebrauch machten. Die meisten Fragen bezogen sich auf Standortalternativen, Probleme mit der geplanten Abholzung des Bannwaldes und geforderten Neupflanzung von Bahnwald, Verkehrsproblemen und der Frage woher der Wohnraum für die im Bio-Technik-Zentrum Beschäftigten herkommen soll. Ausserdem war eine wichtige Frage die Verlässlichkeit der Zusagen hinsichtlich der geplanten Verkehrskonzeption.

 

 

 

Bei Wuermtal.Net morgen Freitag 26. Januar:
Interview mit Prof. Dr. Domdey und Christian Breu vom Planungsverband

Ab Samstag: Das vollständige Bio-Regio-Konzept mit allen Grafiken

 

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Text und Fotos: Jürgen Haubeil - Die Fotos sind zur privaten Verwendung freigegeben!
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